02.08.2010 Christoph Grohmann spielt auf Orgel
Delegation von rund 100 internationalen Organisten ist am Mittwoch zu Gast
Billerbecker Anzeiger vom 02.08.2010
Billerbeck.
In dieser Woche findet in Münster die 58. internationale Orgeltagung der Gesellschaft der Orgelfreunde (GdO) mit rund 100 Teilnehmern statt.
Eine Gruppe mit circa 100 internationalen Organisten wird am kommenden Mittwoch eine Exkursion nach Billerbeck unternehmen, um die noch nicht vollendete und im Bau befindliche Orgel im Billerbecker Dom zu besichtigen und zu begutachten, heißt es in einer Pressemitteilung des Fördervereins Domorgel. In Fachkreisen hat sich inzwischen herumgesprochen, dass es den Planern und der Firma Fleiter aus Münster gelungen sei, eine bisher ausgezeichnete und der Akustik des Domes angepasste Orgel zu bauen. Mit der Fertigstellung des Rückpositivs hat die Orgel jetzt bereits 57 der insgesamt geplanten und notwendigen 71 Register.
Der Konzertorganist Christoph Grohmann wird am Mittwoch (4.8.) gegen 16 Uhr für die Tagungsmitglieder die Domorgel in einem Konzert vorstellen. Dazu sind alle Interessierten eingeladen. Der Eintritt ist frei.
29.07.2010 Rückpositiv der Domorgel fertig gestellt

Im Dom wurde ein weiterer Abschnitt, das sogenannte Rückpositiv, fertig gestellt und am kommenden Wochenende zum ersten Mal in den Gottesdiensten präsentiert.
Billerbecker Anzeiger vom 29.07.2010
Billerbeck. Die spannende Geschichte, wie Propst Hans-Bernd Serries die Möglichkeit einer neuen Domorgel nennt, ist mit der Vollendung des zweiten Bauabschnittes ein Riesenschritt weiter gekommen. Am kommenden Samstag und Sonntag wird das Rückpositiv, ein kleines Orgelwerk, dass im Rücken des Organisten an der Orgelbühnenbrüstung angebracht wurde, in den Gottesdiensten der Gemeinde vorgestellt und übergeben.
Nachdem in der vergangenen Woche das große Gerüst im Dom entfernt wurde, haben alle schwierigen Planungen und Überlegungen – architektonisch und musikalisch – zu einem sehr guten Ergebnis geführt, heißt es in einer Pressemitteilung. Zusammen mit den Denkmalbehörden, dem Bischöflichen Generalvikariat und dem Kirchenvorstand wurde bewusst ein Gehäuse (Prospekt) gewählt, das zum 21. Jahrhundert passt.
Von der Domeinrichtung wurde die Holzart westfälische Eiche und der braune Beizton übernommen. Der verleiht durch das Verfüllen der Holzporen mit weißem Kalk dem Gehäuse eine edle Schlichtheit. Mit dem Rückpositiv hat der Billerbecker Dom jetzt zumindest schon mal optisch eine dem Dom angepasste große Orgel erhalten. Die Disposition der gesamten Orgel, die musikalische Auswahl der einzelnen Register, wurde vom Orgelbauer Eberhard Hilse von der Firma Fleiter, zusammen mit Kantor Ludwig Wegesin und dem Orgelsachverständigen des Bistums Münster, Ulrich Grimpe, erstellt.
Dekorativ im Prospekt steht das Principalregister 8´ mit 59 Zinnpfeifen. Verdeckt im dahinter liegenden Schwellwerk – das Gehäuse kann zur Regulierung der Lautstärke vom Spieltisch aus durch Holzlamellen geöffnet und geschlossen werden – sind weitere elf Register mit 867 Pfeifen aus Holz und Zinn untergebracht. Das Rückpositiv hat ein Gesamtgewicht von rund 2500 Kilogramm und hängt frei an zwei Stahlplatten mit je sechs Verschraubungen.
Fertig gestellt sind jetzt neben dem Rückpositiv, das Hauptwerk, das Schwellwerk und neun Register im Pedalwerk. Dem Gesamtwerk fehlen jetzt noch acht Register im Pedalwerk und das Chamadenwerk, das sind die Spanischen Trompeten. Hierfür ist aber die Finanzierung noch nicht sichergestellt. Der Förderverein Domorgel Billerbeck e.V. und der Kirchenvorstand sind bemüht, möglichst bald dem Billerbecker Dom die komplette, angepasste Orgel zu übergeben.
13.05.2010_Anne_Klare singt in Orgelvesper
08.05.2010 Größte Pfeifen der neuen Domorgel eingebaut
Billerbecker Anzeiger vom 08.05.2010
Billerbeck. Mit dem Einbau der stattlichen Orgelpfeifen für das "Bourdon 32 Fuß"-Register fanden jetzt die Arbeiten am ersten Bauabschnitt der neuen Domorgel ihren Abschluss. Die größten der aus Fichtenholz gefertigten Pfeifen sind sechs Meter lang und100 Kilogramm schwer. Schon bevor die letzten Orgelpfeifen eingerichtet waren, wurde mit der Feinstimmung begonnen. Mitte Juni soll der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden, dann wird das Rückpositiv eingebaut, das für die Gemeinde gut sichtbar an der Brüstung der Orgelbühne angebracht wird.
16.03.10 Unglaubliches Klangspektrum entfaltet
Billerbecker Anzeiger vom 16.03.2010

Der junge Organist Jan Croonenbroeck stellte an der neuen Domorgel sein musikalisches Talent eindrucksvoll unter Beweis. (Foto: mvo)
Billerbeck. Einen klangvollen Auftakt erlebte die Reihe der Orgelkonzerte, die der Förderverein Domorgel Billerbeck in diesem Jahr veranstaltet, um der neuen Domorgel Gehör zu verschaffen. Am Sonntagabend nahm Jan Croonenbroeck am Spieltisch auf der Empore Platz und eröffnete das vom Rotary Club Coesfeld-Baumberge unterstützte Konzert mit einer Improvisation über den Introitus "Laetare Jerusalem".
Die Orchestergemeinschaft Detmold begeisterte anschließend mit der "Reformationssinfonie" von Mendelssohn Bartholdy. Unglaublich sensibel folgte das Orchester der exakten Zeichengebung des ausgezeichneten Dirigenten Knud Jansen. Zu einem ganz besonderen Musikerlebnis wurde der dritte Programmpunkt, die Sinfonie Nr. 2 für Orgel und Orchester von Guilmant, der mit seinen Werken einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung eines eigenständigen französisch-romantisch-sinfonischen Orgelstils prägte und dessen Kompositionen folglich prädestiniert sind für die neue Domorgel. Moderne Technik erleichterte die Kommunikation zwischen dem Organisten auf der Orgelbühne und dem Dirigenten, der vor dem Altarraum stand. Per Kamera wurden nämlich die Zeichen des Dirigenten auf einen Monitor an der Orgel übertragen. So war auch über die große räumliche Distanz ein tadelloses Zusammenspiel gewährleistet. Ein unglaubliches Klangspektrum entfaltete sich im Dom. Schon das Finale des ersten Satzes ging unter die Haut. Und erst der Schlusssatz – einfach grandios! Da wunderte es nicht, dass es am Ende stehende Ovationen gab.

Der junge Organist Jan Croonenbroeck wird das Konzert eröffnen und spielt mit der Orchestergesellschaft Detmold eine Sinfonie von Alexandre Guilmant.
05.03.2010 Sinfonie erklingt zur Eröffnung
Billerbecker Anzeiger vom 05.03.2010
Billerbeck. Die Orchestergesellschaft Detmold unter der Leitung von Knud Jansen eröffnet die diesjährige Orgel- und Orchesterkonzertreihe des Fördervereins Domorgel Billerbeck am 14. März um 17 Uhr im Ludgerus-Dom. Mit von der Partie bei diesem Konzert ist der in Billerbeck bereits bekannte junge Organist Jan Croonenbroeck aus Nienberge.
Croonenbroeck ist Student für Orgel an der Hochschule für Musik in der Orgelklasse Prof. T. A. Nowak und mehrfacher Preisträger bei "Jugend musiziert" auf Bundesebene. Er erhielt den Sonderpreis für Orgelimprovisation des Deutschen Tonkünstlerverbandes Münsterland 2006 und gewann zuletzt beim europäischen Wettbewerb für junge Organisten, den die Gesellschaft slowenischer Komponisten in Ljubljana vor einem Jahr veranstaltete. Er wird zu Beginn des Konzerts im Dom eine Orgelimprovisation Paraphrase über den Introitus "Laetare Jerusalem" zum 4. Fastensonntag zu Gehör bringen.
Die Orchestergesellschaft Detmold (OGD) ist ein symphonisches Ensemble engagierter fortgeschrittener Laienmusiker, das es sich seit gut 20 Jahren zur Aufgabe gesetzt hat, das symphonische Orchesterspiel zu pflegen, so heißt es in der Ankündigung. Es sind etwa 50 ambitionierte Instrumentalisten des Einzugsgebietes Ostwestfalen-Lippe und der angrenzenden Regionen, die im Orchester eine Gelegenheit haben, bekannte wie ausgefallene Werke zu spielen und sie auf möglichst hohem Niveau genauer kennen zu lernen. Regelmäßig spielt das Orchester auch mit Solisten zusammen. So haben in den letzten Jahren immer wieder besonders talentierte Studenten der Hochschule für Musik in Detmold mit der OGD musiziert.
Knud Jansen begann seine künstlerische Ausbildung in der Dirigierklasse von Prof. Bloemeke (Detmold), welche er nach fortlaufenden Korrepetitionen, Assistenzen und Dirigaten 2006 mit "sehr gut" abschloss. Neben einem Rotary-Stipendium wurden ihm mehrfach Stipendien der Kunst- und Kulturstiftung des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Er ist seit 2001 Leiter der Orchestergesellschaft Detmold.
Das Orchester spielt die Sinfonie Nr. 5 "Reformationssinfonie" von Felix Mendelssohn-Bartholdy und gemeinsam mit der Orgel wird die Sinfonie Nr. 2 von Alexandre Guilmant aufgeführt.
Das Konzert findet statt mit Unterstützung des Rotary Club Coesfeld-Baumberge.
Der Eintritt ist frei – um Spenden zum Weiterbau der Orgel wird gebeten.
19.01.2010 ,,Wir tun alles, damit es weitergeht"
Förderverein Domorgel spendet 50 000 Euro und stellt weitere Unterstützung in Aussicht

Der Vorstand des Fördervereins Domorgel, vertreten durch Dr. Thomas Perick (Vorsitzender, l.), Georg Ahlers (Schatzmeister 2.v.l.) und Kantor Ludwig Wegesin (r.).überreichten eine Spende in Höhe von 50 000 Euro zugunsten des Orgelbaus an Propst Hans-Bernd Serries.
Billerbecker Anzeiger vom 19.01.2010
Billerbeck. Der Förderverein Domorgel hat jetzt den zugesagten Anteil für den ersten Bauabschnitt der neuen Domorgel – insgesamt 50 000 Euro – an Propst Hans-Bernd Serries übergeben. Gleichzeitig stellte der Vorsitzende Dr. Thomas Perick weitere Unterstützung in Aussicht. ,,Wir werden alles dafür tun, damit es nach dem bereits beauftragte zweiten Bauabschnitt weitergeht." Und weiter: ,,Nun, 1200 Jahre nach dem Tod des heiligen Ludgerus, stehen wir fast vor der Vollendung der neuen Domorgel." Wider anfänglicher Zweifel scheint es Kirchenvorstand und Förderverein Domorgel dank großzügiger Sponsoren und zahlreicher Spenden zu gelingen, den Dom mit einer dieser Basilika entsprechenden Orgel auszustatten."
Bekanntlich war beim Dombau 1898 den Billerbeckern das Geld ausgegangen und es wurde eine viel zu kleine Orgel eingebaut. Diese wurde dann in der 110-jährigen Geschichte des Gotteshauses des öfteren erweitert, ergänzt, lauter eingestellt, was Ietztlich dazu führte, dass das Klanggefüge verloren ging. Schon 2001 wurde durch die Gründung des Fördervereins mit etwa 80 Mitgliedern der Grundstein für den Bau einer neuen, dem Raum angepassten Orgel gelegt, der durch Spenden finanziert wird. Vorgesehen sind vier Bauabschnitte. Der erste und umfangreichste Abschnitt wurde Ende vergangenen Jahres abgeschlossen. Verantwortlich zeichnete die Firma Fleiter aus Nienberge, die auch den Zuschlag für den zweiten Abschnitt erhalten hat.
Jetzt wirbt der Vorstand des Fördervereins, in dem auch der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat vertreten sind, um weitere Fördermitglieder und Spenden. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit, Patenschaften für einzelne Orgelpfeifen zu übernehmen. Details dazu sind am Infostand im Dom erhältlich. Im Flyer heißt es: ,,Dieser Ton in der Gestalt einer Pfeife wird Ihre Stimme sein, die beim Orgelspiel im Dom in den Gottesdiensten und in den kirchenmusikalischen Konzerten zum Lobe Gottes und zur Freude und Erbauung der Zuhörer erklingen wird."
02.01.2010 Klänge aus der Orgelromantik
Billerbecker Anzeiger vom 02.01.2010

Der Propsteichor singt zum Jahresabschlusskonzert und begeistert die vielen Zuschauer im Ludgerus-Dom mit seiner ausgezeichneten Leistung. (Fotos: Manfred van Os)
Billerbeck. Ganz im Zeichen der neuen Domorgel stand das diesjährige Jahresabschlusskonzert mit dem Propsteichor im gut gefüllten Ludgerus-Dom. Ein wenig Stolz klang in der Stimme von Propst Hans-Bernd Serries bei seiner Begrüßung mit und dankte den Personen, Gruppen und Institutionen, vor allem denen, die sich bislang durch großzügige Spenden bei der Finanzierung der Orgel beteiligten.
Für den zweiten Bauabschnitt konnte nun der Auftrag gegeben werden. Ein besonderer Dank galt der Orgelbaufirma Fleiter aus MS-Nienberge, deren Mitarbeiter anwesend waren, für deren bisherige hervorragende Arbeit. Geweiht wird die Orgel erst nach der endgültigen Fertigstellung des vierten und letzten Bauabschnitts. Dazu fehlen aber noch über 200 000 Euro. Dem Programm lag ein Flyer bei, wo unter dem Motto "…haste Töne" Patenschaften für die Orgelpfeifen ab 25 Euro, angeboten werden. Eine wirklich gute Idee des Fördervereins Domorgel Billerbeck e. V., die hoffentlich viel Anklang finden wird. Auch kleine Spenden ab 10 Euro werden ihre Würdigung finden. Schon dafür gibt es die CD "Kirchenkonzerte in Billerbeck".
Der erste Bauabschnitt erklang bereits in der Christmette am heiligen Abend und in den Weihnachtsgottesdiensten.
Nun erklang sie erstmalig als Konzertinstrument. Von seiner Bauart her ist die Orgel, ganz der französischen Romantik ausgerichtet. Entsprechend angepasst war das Genre des gesamten Konzertprogramms. Es waren hier im ersten Teil aus der Symphonie Nr. 5 f-Moll op. 42,1 – "Allegro vivace" von Charles Marie Widor, von Louis Vierne zwei Piéces de Fantasie "Carrillon de Westminster" und "Impromptu" und zum Schluss das "Final / Allegro molto" aus seiner Symphonie Nr. 6 h-Moll op.59 zu hören. Kantor Ludwig Wegesin ließ diese Werke zum absoluten Erlebnis werden. Man sah es den aufmerksamen Zuhörern förmlich an, wie sie den unglaublich schönen Klang der Orgel aufnahmen. Wie mag sie sich erst anhören, wenn sie ganz fertig ist?
Louis Vierne, einem Schüler von César Franck, der als die Vaterfigur der französischen Orgelromantik gilt, stand auch im zweiten Teil des Konzerts als Komponist im Mittelpunkt. Unter der Leitung von Ludwig Wegesin kam die "Messe solennelle op. 16" zur Aufführung. An der Orgel nahm nun Christoph Grohmann aus Rheda-Wiedenbrück Platz. Am Orgelpositiv war Stefan Buers aus Emmerich und den Kontrabass spielte Frank Hanewinkel aus Dülmen. Vom Propsteichor ist man es einfach gewohnt, eine ganz ausgezeichnete Leistung zu erfahren. Er enttäuschte auch an diesem Abend nicht. Wie reagierte das Publikum? Nach dem "Agnus Dei" zunächst ergriffene Stille, dann langsam und zögernder Applaus, der sich zu stehenden Ovationen steigerte. Mit "Tolite Hostias" aus dem Oratorio Noël von Camille Saint Saëns konnte die Zugabe zum Schluss passender nicht sein.
VON VON MANFRED VAN OS
30.12.2009 Heute Konzert zum Jahresabschluss
Billerbecker Anzeiger vom 30.12.2009

Der Propsteichor - hier bei einem früheren Auftritt - führt heute Abend die "Messe solennelle" von Louis Vierne auf.
Billerbeck. Nach ihrem ersten Auftritt in der Christmette an Heiligabend wird die neue Orgel im Ludgerusdom heute Konzert-Premiere haben: beim Jahresabschlusskonzert des Propsteichors, das um 20 Uhr beginnt.
In diesem Konzert, das noch einmal dem Ludgerusjahr gewidmet ist, führt der Propsteichor konzertant die "Messe solennelle" von Louis Vierne auf. Dazu erklingt die Orgel als Begleiterin und Gestalterin. Eingerahmt wird die konzertante Mess-Aufführung durch Orgelmusik von Louis Vierne und Charles-Marie Widor. "So kann die Gemeinde erleben, welche berauschende Kraft, radikale Klarheit, anmutige Zartheit und raffinierte Sinnlichkeit der Klang der neuen Orgel allein und in Verbindung mit dem Chor verbreiten kann", heißt es in der Ankündigung. Karten sind zum Preis von 15 Euro an der Abendkasse erhältlich.
Noch ein Ausblick auf das Jahr 2010: Für den 30. Dezember plant der Propsteichor die Aufführung des Oratoriums "Paulus" von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das ist ein hochdramatisches Werk um die Bekehrung des Saulus zum Apostel Paulus, eine große Aufgabe für Orchester und Chor.

Propst Hans-Bernd Serries (l.) und Kantor Ludwig Wegesin freuen sich, dass pünktlich zum Ende des Liudger-Gedenkjahres der erste und umfangreichste Abschnitt der neuen Domorgel verwirklicht ist. Morgen Abend wird das Instrument der Gemeinde vorgestellt. (Foto: ct)
23.12.2009 "Da ist Wumm drin"
Billerbecker Anzeiger vom 23.12.2009
Billerbeck. Bachs wohl bekanntestes Orgelwerk, die Toccata und Fuge in d-moll, ist ohnehin ein Musikstück mit hohem Gänsehaut-Faktor, aber so wie es aus der neuen Domorgel quillt, raubt es einem schlichtweg den Atem. Vor allem die vollgriffigen Akkorde gehen im positiven Sinne durch Mark und Bein. Oder wie Kantor Ludwig Wegesin es ausdrückt: "Da ist Wumm drin. Das ist echter Kathedralklang." Ein Klang, der dem Dom würdig ist. Endlich hat das Gotteshaus eine dem Raum angepasste Orgel, wobei erst der erste von insgesamt vier Bauabschnitten verwirklicht ist, mit dem aber gleichwohl eine deutlich hörbare Verbesserung erzielt wird. Das beweist die kleine Hörprobe. Wegesin ist schon jetzt voll des Lobes für das neue Instrument, das von der Firma Fleiter in Nienberge gebaut wurde und erstmals in der Christmette am Heiligen Abend offiziell gespielt wird.
"Der 24.12. ist genau der richtige Termin, das Geschenk auszupacken, sprich der Gemeinde die neue Orgel vorzustellen", sagt Propst Hans-Bernd Serries. Im Übrigen sei es ihm wichtig, dass die Orgel als Erstes in der Liturgie erklingt, denn dort sei zu allererst ihr Platz, danach komme die Orgel als Konzertinstrument. Die Christmette, die um 22 Uhr im Dom beginnt, wird zunächst adventlich still anfangen und sich langsam zur weihnachtlichen Freude steigern, die im Gloria-Gesang ihren Ausdruck findet. An dieser Stelle wird die neue Orgel zum Einsatz kommen. "Danach wird sie in allen Weihnachtsgottesdiensten zu hören sein", so Serries, der allen Spendern und Sponsoren, insbesondere Hauptsponsor Wolfgang Suwelack, für die Unterstützung bei der Verwirklichung des Projekts dankt.
Als Konzertinstrument hat die Orgel dann am 30. Dezember (Mittwoch) Premiere, wenn der Propsteichor um 20 Uhr die "Messe solennelle" von Louis Vierne aufführt, die durch Orgelmusik von Louis Vierne und Charles-Marie Widor eingerahmt wird. "So kann die Gemeinde erleben, welche berauschende Kraft, radikale Klarheit, anmutige Zartheit und raffinierte Sinnlichkeit die neue Orgel allein und in Verbindung mit dem Chor verbreiten kann", heißt es in einer Mitteilung des Chores. Karten für das Konzert sind zum Preis von 15 Euro in der Buchhandlung "Bücherschmiede" und im Rathaus erhältlich (keine nummerierten Platzkarten).
Der Förderverein Domorgel weist darauf hin, dass für die weiteren Bauabschnitte noch Spenden willkommen sind und verweist in diesem Zusammenhang auf seine Aktion "Haste Töne?", bei der gegen eine Spende eine Patenschaft für eine bestimmte Orgelpfeife übernommen werden kann. Nähere Infos dazu finden Interessierte im Dom.
17.02.2009 Förderverein Domorgel hat neuen Vorsitzenden
Billerbecker Anzeiger vom 17.02.2009
Billerbeck. Der Förderverein Domorgel hat einen neuen Vorsitzenden. Dr. Thomas Perick wurde bei der Jahreshauptversammlung zum Nachfolger von Dr. Hans-Peter Ammann gewählt. Als neue Schriftführerin fungiert ab sofort Martina Heinen. Im Amt bestätigt wurde Schatzmeister Georg Ahlers, dessen Arbeit die Kassenprüferinnen Susanne Pölling und Paula Lefering im Auge behalten werden. Den Vorstand komplettieren die laut Vereinssatzung geborenen Mitglieder, Propst Hans-Bernd Serries, Kantor Ludwig Wegesin, Irene Lippert (Justiziarin) sowie Heinrich Ahlers und Thomas Hertz als Vertreter des Kirchenvorstandes bzw. des Pfarrgemeinderates.

Heinrich Ahlers dankte Dr. Ammann für sein langjähriges und erfolgreiches Engagement. Durch seinen unermüdlichen Einsatz sei letztendlich der Neubau der Domorgel ermöglicht worden. Ammann habe nicht nur erfolgreich Spender und Sponsoren geworben und damit die finanzielle Grundlagen für den Orgelneubau geschaffen, sondern habe an der Seite von Kantor Wegesin auch hartnäckig Überzeugungsarbeit für eine neue Orgel geleistet.
In einem kurzen Rückblick berichtete Heinrich Ahlers, dass der Orgelbau auf gutem Weg sei. Bei einem Besuch der beauftragten Orgelbaufirma Fleiter in Nienberge hätten die Billerbeck die ersten Orgelpfeifen schon zum Klingen gebracht. Schatzmeister Georg Ahlers teilte der Versammlung mit, dass die erste Rate für die Orgel in Höhe von 15 000 Euro bereits an die Kirchengemeinde überwiesen worden sei.
Der Rückschau auf 2008 folgte der Ausblick auf 2009. Auch in diesem Jahr sollen wieder viele Veranstaltungen durchgeführt werden. Geplant sind unter anderem die Aufführung der Matthäus-Passion von Bach an Palmsonntag, weitere Besichtigungsfahrten zum Orgelbauer Fleiter, eine Orgelfahrt im Herbst sowie die Fortführung der Orgelvespern jeweils am dritten Sonntag im Monat. Ein besonderes Schmankerl verspricht das „Orgelabschiedskonzert“ zu werden. Während Kantor Wegesin ein Konzert an der alten Orgel spielt, wird die Orgel Stück für Stück von der Firma Fleiter ausgebaut und somit nach und nach verstummen. Die Termine zu den Veranstaltungen werden rechtzeitig in der Presse sowie im Internet bekannt gegeben. Wer das Projekt Domorgel unterstützen möchte, kann auf das Konto Nummer 34545491 bei der Sparkasse Westmünsterland (BLZ 40154530) spenden.
24.09.2008 Neue Domorgel ist in Arbeit
Billerbecker Anzeiger vom 24.09.2008

Erörterten gestern im Pfarrhaus die Pläne für die neue Domorgel: (v. l.) Friedhelm Fleiter, Eberhard Hilse (beide Firma Fleiter), Sponsor Wolfgang Suwelack, Kirchenvorstand Heinrich Ahlers, Kantor Ludwig Wegesin, Propst Hans-Bernd Serries und Kirchenvorstand Franz-Josef Daldrup.
Billerbeck. Der Kirchenvorstand der katholischen Gemeinde St. Johann/St. Ludger hat den Auftrag für den ersten und umfangreichsten Bauabschnitt der neuen Domorgel in Auftrag gegeben. Dies teilte gestern Vorsitzender Propst Hans-Bernd Serries mit. Den Zuschlag für das 622 000 Euro teure Vorhaben erhielt die Firma Orgelbau Fleiter aus Nienberge, die bereits an die Arbeit gegangen ist, wie Inhaber Eberhard Hilse berichtete. Bis Ende 2009 soll der Auftrag abgewickelt sein, so dass noch im Jahr des Ludgerus-Jubiläums die neue Orgel erklingen wird.
Mit dem ersten Abschnitt werden laut Kantor Ludwig Wegesin, etwa zwei Drittel der geplanten französisch-romantischen Orgel verwirklicht, die am Ende aus 4169 Pfeifen, die kleinste etwas 6 Millimeter, die größte stolze 8,50 Meter lang, bestehen wird. 71 Register sorgen für orchestralen Klang. „Schon mit dem ersten Abschnitt bekommen wir eine deutlich hörbare Verbesserung“, so Wegesin. Finanziert wird der Orgelbau im Wesentlichen über Spenden.
VON CHRISTINE TIBRONI
Bis August sollen mindestens 510 000 Euro bereitliegen, um zumindest den ersten und umfangreichsten Teilabschnitt des Orgelbaus zu realisieren, was nach Angaben von Wegesin „schon eine erhebliche Verbesserung bringen würde.“ Das Problem bei der vorhandenen Orgel: Sie ist für den großen Kirchenraum nicht ausreichend dimensioniert. Nach dem Dombau (1892 bis 1898) fehlte das Geld, um das Gotteshaus mit einer angemessenen Orgel auszustatten. Im Laufe der Jahre wurde immer wieder nachgebessert – mit wenig Erfolg. „Die Orgel klingt nicht, sie schreit“, sagt Wegesin. Auch der Orgelsachverständige des Bischöflichen Generalvikariats in Münster, Ulrich Grimpe, führt in seinem Gutachten eine ganze Reihe von Mängeln auf. Mit dem ersten von insgesamt vier Teilabschnitten, die je nach zur Verfügung stehenden Mitteln umgesetzt werden, könnte hörbar Abhilfe geschaffen werden.
Das Gesamtkonzept sieht eine Orgel mit 68 Registern vor. Das vorhandene denkmalgeschützte Gehäuse, der Prospekt, bleibt erhalten, soll allerdings um ein so genanntes Rückpositiv ergänzt werden, das vor und unterhalb der vorhandenen Orgelbühnenbrüstung installiert werden soll. Auch in komplett neuer Spieltisch ist geplant.
„Mit dem neuen Instrument erfährt die Liturgie eine deutliche Aufwertung“, nennt Propst Serries einen wesentlichen Grund für die neue Orgel. Er ist sich sehr wohl bewusst, dass es in der Gemeinde auch kritische Stimmen gegen das Projekt gibt, die der Ansicht sind, dass es wichtigere Aufgaben gibt. „Andere wichtige Aufgaben werden wir nicht aus den Augen verlieren“, verspricht Serries. Um Verständnis und Unterstützung möchte die Gemeinde am kommenden Sonntag (1. 6.) im Rahmen einer öffentlichen Orgelführung werben, zu der nach dem Abschlusssegen der Hagelfeier (ca. 10.45 Uhr) alle Interessierten auf der Orgelbühne willkommen sind.
Spenden können auf folgende Konten überwiesen werden: Konten der Gemeinde St. Johann/St. Ludger Nr. 34000604 bei der Sparkasse Westmünsterland BLZ 40154530 oder Nr. 1293301 bei der Volksbank Baumberge BLZ 40069408 (Stichwort: Domorgel). Konto des Fördervereins Domorgel Nr. 34545491 bei der Sparkasse Westmünsterland.
VON CHRISTINE TIBRONI