Zwei Löcher klaffen in der Domorgel
Billerbecker Anzeiger vom 08.08.2011
Billerbeck. Sie sind unübersehbar: Zwei Löcher klaffen im Inneren der Billerbecker Domorgel. Genauer gesagt im Hauptorgelwerk, das Orgelgehäuse (Prospekt), auf der Nordseite der großen Orgelbühne. Ein großes und ein kleineres Loch.

Im unteren Teil des Orgelwerkes fehlen noch 120 Orgelpfeifen. Heinrich Ahlers vom Kirchenvorstand und vom Förderverein Domorgel steht dort, wo diese sich künftig befinden sollen. Fotos: Stephanie Dircks
Und die sind nicht etwa durch Unachtsamkeit der Orgelbauer oder durch Vandalismus entstanden. Nein. Dass es diese Löcher in der Orgel gibt, hat einen ganz besonderen Grund: Sie sind Bestandteil der geplanten Domorgel. In der kleineren Lücke im unteren Teil des Orgelwerkes fehlen 120 Orgelpfeifen, die noch zum Pedalwerk im Spieltisch gehören. Hoch oben unter dem Gewölbe in rund 20 Metern Höhe haben die Orgelbauer bereits in der Grundausrüstung ein großes Loch für die “Spanischen Trompeten” vorbereitet. Das sind noch einmal vier Register mit 254 Orgelpfeifen, die waagerecht angebracht, den Klang in das Kirchenschiff tragen sollen. “Sie sind die Krönung der Orgel”, betont Heinrich Ahlers vom Kirchenvorstand und vom Förderverein Domorgel. “Sozusagen das i-Tüpfelchen.” Sie seien für große Orgeln in großen Kirchen gedacht.
Zwei weitere Register, die ebenfalls zu dem Orgelwerk der “Spanischen Trompeten” gehören, werden aus Kostenersparnis aus dem bereits eingebauten Hauptwerk gespielt. Sobald diese beiden Löcher in der Domorgel ausgefüllt sind, hat der Billerbecker Dom nach weit über 100 Jahren eine Orgel, die dem Kathedralbau angepasst ist. Wann der Bau vollendet ist, ist allerdings noch unklar. Aber: “Wir hätten nie gedacht, dass wir jetzt schon so weit mit dem Bau fortgeschritten sind”, sagt Ahlers. “Da können wir schon stolz drauf sein.” Das Gesamtwerk der Orgel ist bis zu 80 Prozent fertig gestellt. Ist sie einmal fertig, können 4483 verschiedene Töne erklingen: kleine, laute, hohe, tiefe, schrille und wohlklingende Töne.
E
igentlich sollte eine Orgel in dieser Größe bereits beim Dombau errichtet werden. Am Ende der Dom-Bauzeit ist aber das Geld ausgegangen und die vom Architekten geplante Orgel konnte nicht realisiert werden. Zwei große Orgelgehäuse waren fertig, aber für die Musik fehlte das Geld. Eine Miniausführung wurde eingebaut und immer wieder lauter intoniert und erweitert.
Angestoßen durch den 2001 gegründeten Förderverein Domorgel und die Bereitschaft eines Gemeindemitgliedes, eine ansehnliche Spende für die Orgel bereitzustellen, wurde in Abstimmung mit dem Generalvikariat Münster 2007 die Planung und eine Ausschreibung an vier Orgelbaufirmen in die Wege geleitet. Die Orgel ist als ganze Einheit geplant, wird aber je nach finanzieller Möglichkeit in vier Bauabschnitten ausgeführt. Öffentliche Mittel standen für dieses Projekt nicht zur Verfügung. Der Förderverein ist auf Spenden angewiesen.
Wer gerne etwas spenden möchte, kann das Geld auf das Konto mit der Nummer 34 00 06 04 bei der Sparkasse Westmünsterland (BLZ 401 545 30) oder auf das Konto mit der Nummer 129 33 01 bei der Volksbank Baumberge (BLZ 400 694 08) überweisen. Eine Patenschaft für Orgelpfeifen ist ebenfalls möglich.
VON STEPHANIE DIRCKS




















